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Betreutes Wohnen wegen Demenz


Die Finanzverwaltung ist bei der Beurteilung, ob Unterbringungskosten in einer Wohnanlage für Betreutes Wohnen wegen Demenz als außergewöhnliche Belastung abziehbar ist, sehr restriktiv.

Da bei der Vielzahl der Fälle die steuerliche Auswirkung volkswirtschaftlich betrachtet erheblich ist, ist dies vielleicht verständlich.

Bei der immer älter werdenden Bevölkerung kommt es immer häufiger vor, dass eine Person allein verbleibt und altersbedingt nicht nur die üblichen altersbedingten Erkrankungen hat, sondern auch in Demenz verfällt. Oftmals kann die Familie diesen Zustand nicht auffangen und die Unterbringung in einer geeigneten Wohnanlage ist der Ausweg. Diese Wohnanlagen mit dem Angebot des Betreuten Wohnens bieten diverse Hilfen und Pflegeleistungen an, sorgen oft im Zusammenhang mit einem Pflegedienst auch für die gesicherte Medikamenteneinnahme und sorgen dafür, dass die Bewohner nicht unbemerkt sich verirren.

Krankenkassen, Pflegeversicherungen und Beihilfen tragen einen großen Teil der Kosten. Es verbleiben trotzdem oft erhebliche Beträge, die vom Demenzerkrankten selbst aufzubringen sind, auch wenn man eine Haushaltsersparnis durch Wegfall der eigenen Wohnverhältnisse in Betracht zieht.

Das Finanzgericht Niedersachsen hat im September 2017 geurteilt, dass derartige Unterbringungskosten zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen können, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Notwendigkeit durch eindeutig ärztliche Bestätigung, am sichersten durch ein fachärztliches Gutachten, nachgewiesen wird.

Wenn bei Ihnen oder in Ihrem Kreise die Frage des Umzugs in eine Wohnanlage des Betreuten Wohnens ansteht, setzen Sie sich unbedingt vorab mit Ihrem Hausarzt in Verbindung.

 

Berlin, den 30. April 2018

 

 

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